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Heribert Prantl: Wir sind viele

„Die StĂ€rke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen. [..] Das Wort ‚Schwache‘ ist dabei freilich schon infiziert von den Ausschließlichkeitskriterien der Leistungsgesellschaft. Ein starker Staat ist ein Staat, der sich um das Wohl der Schwachen kĂŒmmert – und dabei vielleicht auch lernt, dass die Schwachen gar nicht so schwach sind, wie man oft meint; und dann ihre StĂ€rken, die StĂ€rken des Imperfekten, zu schĂ€tzen lernt.“

„Die Schirme, die in Europa zur Rettung von Banken, Wirtschaft und Euro aufgespannt werden, sind Milliarden groß, aber die GrĂ¶ĂŸe allein bringt es nicht. Jeder weiß, was ein guter Schirm braucht, der bei schwerem Wetter funktionieren soll: Er braucht einen festen Stock, an dem man ihn gut halten kann, und er braucht Speichen, die ihm StabilitĂ€t geben; je mehr solcher Streben er hat, umso wetterfester ist er.“

„EuropĂ€isches Sozialmodell [..] ist die gemeinsame Vorstellung davon, dass soziale Ungleichheit nicht gottgegeben ist.“

„Die Natur ist ein Gerechtigkeitsrisiko. [..] Die besseren Gene hat sich niemand erarbeitet, die bessere Familie auch nicht. Das Schicksal hat sie ihm zugeteilt. Es teilt ungerecht aus und es gleicht die Ungerechtigkeiten nicht immer aus. Nicht derjenige, der das Ă€ndern, der das ausgleichen will, so gut es geht, ist dekadent – sondern derjenige, der es dabei belassen will.“



last updated april 2012